Nostalgische Zugfahrten am Romantischen Mittelrhein mit dem Rheingold-Express

24 Jun, 2013 Kommentieren? von

Rheingold ist der Name eines Luxuszuges der 1928 erstmals von Hoek van Holland/Amsterdam durch das Rheintal in die Schweiz verkehrte. Neben dem Fluss als solchen ist auch die Schiene ein beliebtes touristisches Verkehrsmittel am Rhein, und so lassen sich Bahnfans und Rheintalfans auch heute noch vom romantischen Rhein mit seiner sagenhaften Landschaft, seinen Burgen und Schlössern verzaubern und folgen den Spuren des legendären RHEINGOLD-Zuges auf einem Großteil seines ursprünglichen Laufweges.

An besonderen Terminen fährt der historische Rheingold-Zug auch  heute noch im Rheintal. Unter Marketing-Aspekten, und um die touristischen Synergien zu nutzen, hat die Romantische Rhein Tourismus GmbH jetzt eine Kooperation mit dem Reiseveranstalter NostalgieZugReisen unter dem Namen „RheinSchleifenBahn“, welcher Fahrten in nostalgischen Zügen ab Köln durch das Mittelrheintal anbietet, vereinbart.

Am Mittwoch, dem 31. Juli 2013 finden zwei Fahrten mit dem historischen „Rheingold“ statt, der von Köln aus zweimal an diesem Tage die Strecke Bonn – Remagen – Andernach – Koblenz – Niederlahnstein – St.Goarshausen – Kaub – Rüdesheim – Eltville – Wiesbaden – Mainz –Bingen – Oberwesel – Boppard – Koblenz – Neuwied – Linz – Königswinter – Bonn/Beuel – Troisdorf – Köln/Deutz und wieder zurück nach Köln fahren wird.

Besonders atemberaubende Ausblicke auf Deutschlands schönster Eisenbahnstrecke verspricht die rundherum verglaste Aussichtskanzel des legendären „DomeCar“ des RHEINGOLD-Zuges von 1962. Im Speisewagen von 1928 reisen und speisen die Gäste in einem besonders gediegenen Ambiente. Wie vor 85 Jahren werden die Fahrgäste mit einem guten Essen und ausgesuchten Weinen verwöhnt. Im Bar- oder Gesellschaftswagen von 1972 kann man die Fahrt am bequemen 2- oder 4-Personentisch genießen, während die klassischen Schnellzugwagen der 60er Jahre das Gefühl von Eisenbahn-Fernreisen wieder erlebbar machen.

Bei den Fahrten handelt es sich um Rundfahrten. Bei der Buchung können die Reisenden die Fahrt an jedem aufgeführten Bahnhof beginnen und zwischendurch auch unterbrechen. Es gibt  reservierte Sitzplätze ab Zustiegsbahnhof.

Der vorläufige Fahrplan – ACHTUNG: die tatsächlichen Fahrzeiten werden davon noch abweichen!

Bahnhof Zug 101 Zug 102
Köln Hbf 09:00 15:15
Brühl 09:15 15:30
Bonn Hbf 09:30 15:45
Remagen 09:45 16:00
Brohl (Rhein) 10:00 16:15
Andernach 10:15 16:30
Koblenz Hbf 10:35 16:50
Niderlahnstein 10:50 17:05
St. Goarshausen 11:10 17:25
Kaub 11:20 17:35
Rüdesheim 11:35 17:50
Eltville am Rhein 11:50 18:05
Wiesbaden Ost 12:00 18:15
Mainz-Mombach 12:10 18:25
Bingen Hbf 12:30 18:45
Oberwesel 12:45 19:00
Boppard Hbf 13:00 19:15
Koblenz Hbf 13:20 19:35
Neuwied 13:45 20:00
Linz a. Rhein 14:05 20:20
Königswinter 14:25 20:40
Bonn-Beuel 14:35 20:50
Troisdorf 14:45 21:00
Köln-Deutz / Messe 15:05 21:20
Köln Hbf 15:10 21:30

Die Fahrpreise:
Fahrt im RHEINGOLD-Aussichtswagen: 99 Euro/Person
Fahrt im RHEINGOLD-Speisewagen: 89 Euro/Person
Fahrt im RHEINGOLD-1.Klassewagen: Erwachsene 79 Euro, Kinder von 4-14 J. 59 Euro
Fahrt im 1.Klasse-Abteilwagen: Erwachsene 69 Euro, Kinder von 4-14 J. 49 Euro

Weitere Fahrten:
31.7. Zwei Rundfahrten mit dem Rheingold und einer Elektrolokomotive Köln – Koblenz – Mainz – Koblenz – Köln
31.8. Rheingoldfahrt ab Köln via Koblenz und Mainz nach Titisee im Hochschwarzwald
Anfang November Zwei Rundfahrten mit einem histor. Museums-Zug und Dampflokomotive  Koblenz – Mainz – Koblenz – Köln – Koblenz

Weitere Infos unter http://www.rheinschleifenbahn.de/naechste-fahrten/23-auf-den-spuren-des-rheingold.html
Die Romantische Rhein Tourismus GmbH gibt Ihnen ebenfalls gerne Auskunft.

Über den Rheingold

Der Rheingold hat historische Wagen nach dem Pullman-Prinzip als besonders komfortable Großraumwagen mit einzelnen Abteilen beschafft, die in der ersten Klasse mit losen Sesseln ausgestattet wurden. Wie die Pullmanwagen der CIWL waren diese Wagen zur Versorgung der Reisenden mit Speisen und Getränken am Platz zum Teil mit Küche ausgestattet. Die Inneneinrichtungen der Wagen wurden von angesehenen Künstlern und Architekten entworfen, ein stilistischer Einfluss des Bauhauses ist unverkennbar. Hervorzuheben ist, dass die einzelnen Wagen äußerlich ein einheitliches Bild boten, im Inneren jedoch durchweg anders gestaltet waren. Wände und Decken waren mit unterschiedlichen Hölzern (zum Beispiel Zebrano, Palisander oder Ahorn) vertäfelt oder mit Stoffen bespannt.

Der „Rheingold“ führte zu einer Zeit, in der es noch drei Wagenklassen gab, nur die erste und zweite Wagenklasse. Der Zug setzte sich grundsätzlich aus mindestens

  • einem Wagen erster Klasse mit 28 Plätzen,
  • einem Wagen erster Klasse mit 20 Plätzen und Küche,
  • einem Wagen zweiter Klasse mit 43 Plätzen,
  • einem Wagen zweiter Klasse mit 29 Plätzen und Küche,

einem Gepäckwagen mit Zollverschluss- und Hundevorrichtungen, meistens aber zwei Wagen (an jedem Zugende einer) zusammen. Von einer Küche aus wurden jeweils zwei Wagen versorgt. Speisen und Getränke wurden direkt am Platz serviert, das Speiseangebot umfasste beispielsweise pochierte Eier mit Gänseleberragout oder Rehsteaks mit Wacholdertunke und Morcheln. Korrespondierend zur gehobenen Wagenausstattung und dem Speisenangebot bediente man sich edlen Porzellangeschirrs und Silberbestecken. Die Wagen waren als äußerliches Zeichen ihrer Exklusivität in den Farben violett-beige mit silbergrauem Dach lackiert. Bewirtschaftet wurde der Zug durch die Mitropa.Von den erstklassigen Wagentypen wurden jeweils vier Stück, von den zweitklassigen Wagen ohne Küche acht Stück, von den zweitklassigen Wagen mit Küche zehn Stück und von den Packwagen drei Stück gefertigt.
Bereits 1929 verkehrte der Zug über Basel SBB im Sommer bis Luzern und Zürich. Die Fahrtzeit von Hoek van Holland nach Luzern über die kurvenreiche linke Mittelrheinstrecke betrug rund 13,5 Stunden, was einem Stundenmittel von etwa 70 km/h entsprach.
Im Jahre 1962 ließ die damalige Deutsche Bundesbahn den „Rheingold“ mit neuem und dem seinerzeit modernsten Wagenmaterial wieder auferstehen. Die Wagen führten ausschließlich die 1. Klasse, waren vollklimatisert und waren nach den neuesten Erkenntnissen im Waggonbau konstruiert. Die elegante blau-beige Lackierung lehnte sich dabei an das Design von 1928 an. Besonders hervorzuheben sind der Aussichtswagen, auch nach seinem amerikanischen Vorbild als „DomeCar“ bezeichnet, sowie der zweistöckige „Buckel“-Speisewagen. Verschiedene Bar- und Speisewagn aus den frühen Siebziger Jahren vervollständigten den luxuriösen Zug nach und nach. 1987 wurde der Betrieb des Rheingolds mit der Einführung von EuroCity-Zügen gänzlich eingestellt.
Insgesamt sechs Altbauwagen des Rheingold aus den Jahren 1928–1929 sind vom Freundeskreis Eisenbahn Köln (FEK) ab Mitte der sechziger Jahre erworben und hergerichtet worden. Des weiteren konnten ein Aussichtswagen, einer der „Buckel“-Speisewagen sowie ein Bar- und Gesellschaftwagen aus den 60er und 70er Jahren als originale Rheingoldwagen der modernen Bauart von dem Veren erworben werden. 1970 konnte der Verein die Tradition des historischen Rheingoldes wieder durch Sonderfahrten aufnehmen und hat seit dieser Zeit über 100 Fahrten durchgeführt.

 

 

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